Frau sitzt am Wasser

Psychotherapie Angststörungen

Angststörungen und Phobien gehören zu den häufigsten psychischen Störungen in der heutigen Zeit. Angst ist eine angeborene Emotion. Sie dient uns dazu vorsichtig zu sein, uns vor Gefahren zu schützen und an Neues respektvoll und konzentriert heranzugehen. Wenn es objektive Gefahrenquellen gibt, ist die Angstreaktion also sinnvoll und lebenserhaltend. Wird die Angst aber zu groß, stoppt sie uns und wir empfinden Leid.


Angst ist aber ein wichtiger Informationsträger, auch wenn sie „scheinbar“ unbegründet oder gar töricht erscheint. Wenn wir Angst empfinden, dann werden wir dazu aufgefordert innezuhalten und nach innen zu schauen. Sie zwingt uns zu einer mentalen Inventur. Angst hilft uns zu erkennen, was gut für uns ist.

 

Wann spricht man von einer Angststörung?

Immer wenn eine ängstliche Reaktion entsteht, die objektiv nicht sinnvoll ist und die bei dem Betroffenen Leid verursacht, spricht man von einer Angststörung. Das ist wichtig zu wissen, denn natürlich dürfen wir auch etwas sensibel und ängstlich sein. Wir sind Menschen und keine Maschinen.


Es müssen dann allgemeine Symptome erfüllt sein: (Herzklopfen (Palpitationen), Schweißausbruch, Mundtrockenheit, Tremor und darüber hinaus noch andere körperliche Erscheinungen, die uns die Übererregung anzeigen. Dazu kommen spezifische Reaktionen wie bei der sozialen Phobie: Erröten, Peinlichkeit, schwankender Selbstwert, Selbstbeobachtung, Angst davor, sich lächerlich zu machen. Viele Menschen haben Angst davor, dass sie von anderen (oft kleinen Gruppen) falsch eingeschätzt werden oder ihnen peinliche Begebenheiten passieren, wie beim Vortrag Fehler zu fabrizieren oder dass ihnen beim Essen etwas aus dem Mund kleckert.


Das sogenannte Lampenfieber kann man als normal werten, denn die Adrenalinausschüttung kann im Körper eventuell  leistungssteigernd wirken. Ist die Nervosität allerdings sehr quälend und behindernd, dann hilft eine Therapie. Ebenso zu sehen ist die Prüfungsangst.


Die Agoraphobie beinhaltet die allgemeinen Angstsymptome und typischerweise die Angst vor Menschenmassen, Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die Angst, alleine zu reisen und Situationen dann nicht verlassen zu können, keine Hilfe zu bekommen.


Spezifische Phobien sind situativ oder durch Objekte hervorgerufen. Hierzu zählen die Höhenangst, die Spinnenphobie, die Spritzen-und Blutangst, die Flugangst, Klaustrophobie und anderes.

 

Panikattacken

Panikattacken sind plötzlich auftretende zunehmende Angstgefühle. Panikattacken stehen oft im Zusammenhang mit erhöhtem Stress und Überarbeitung, zu viel Verantwortung und den vielen Rollen im Leben nicht gewachsen zu sein. Es fordert die Menschen also auf, das Leben zu überdenken und Prioritäten zu setzen oder Hilfe zu holen. Vorab sollte ein Arzt prüfen, ob die Panikstörung körperliche Ursachen hat.

 

Anzeichen einer Panikattacke

 

Eine Panikattacke ist situativ nicht vorhersagbar, kommt am Tag oder auch in der Nacht aus heiterem Himmel.

 

  • Typische Anzeichen einer Panikattacke sind:

  • Herzklopfen (Palpitationen)

  • Schweißausbruch

  • Mundtrockenheit

  • Zittern

  • Angst verrückt zu werden

  • Angst zu zu sterben

  • Herzprobleme

 

Die Atmung wird schneller und man fühlt sich oft, wie schwindelig, wie betäubt oder extrem aufgeregt. Das Beobachten dieses Zustandes verstärkt die Symptome. Den Höhepunkt erreicht diese Panik nach ca. 5-10 Minuten. Dann geht in der Regel die Erregung zurück. Sie ist bei einem ansonsten gesunden Menschen keine große Gefahr. Sie ist aber sehr unangenehm.
Deshalb entsteht dann oft die Angst vor der Angst (Phobophobie). Das begünstigt neue Panikattacken.

 

Soforthilfe: Was soll ich tun, wenn eine Attacke kommt?

Zuerst sollten Sie wissen, dass diese Attacke ungefährlich ist. Viele Menschen bekommen Panikattacken. Die Wahrscheinlichkeit, im Leben übergroße Ängste zu entwickeln, liegt bei 25 % in der Deutschen Bevölkerung, die der Panik bei 2-3 %.

Für akute Anfälle können Sie eine der drei folgenden Techniken verwenden.

 

Bewertungsänderung

 

 

Eine Panikattacke kommt und geht und ist lediglich extrem unangenehm. Sie bewerten also. Wichtig ist die Bewertungsänderung. Die Attacke ist als solche nicht schlimm, sondern möchte uns dazu bewegen, dass wir unsere Automatismen überdenken und unser Leben anders gestalten. Sie werden sich und der Situation bewusst und diese deeskalieren.

5-4-3-2-1

 

 

Die 5-4-3-2-1 Technik kann Sie erden, also Sie sozusagen aus der haltlosen Situation rausbringen. Sie zählen 5-mal auf, was sie um sich herum sehen, 5-mal, was sie hören und 5-mal, was sie spüren. Dann das gleiche 4-mal und 3-mal und 2-mal und 1-mal. Die Aufmerksamkeit wird so an dieses Aufzählen gebunden und nicht an den Körpercheck.

Dann können sie sich auch bewusst werden und öfter tief ausatmen, um sich zu beruhigen.

Tonglen Meditation

 

 

Sie können buddhistische Tonglen praktizieren. Sie nehmen das Gefühl der Panik und Angst bewusst an, mit dem Wissen, dass es vielen Menschen auf der Welt auch so geht. Sie atmen die Angst ein und sie atmen eine positive Energie aus, die sich ergibt, wie Frieden, Liebe, Licht, Freude, Freiheit o.ä. Sie verwandeln also die Angst für sich und andere. Sie können auch ihr Krafttier im Geiste rufen, wenn sie es in der Hypnotherapie erkundet haben. Das sind ein paar Beispiele für eine Soforthilfe.

Angststörungen therapieren

In der Therapie erkunden wir die genauen Ursachen. Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell spielt eine große Rolle. Die Vulnerabilität ist die „Verletzlichkeit“. Manche Menschen sind besonders erregbar oder sensibel oder chronisch krank und können weniger Stress ab. Dann kommen auslösende Faktoren, Stressoren dazu, wie zum Beispiel Leistungsdruck, Verantwortung, Identitätsprobleme, schlechte Lebensereignisse. Das kann den Beginn der Panikattacken darstellen. Es gibt eventuell aufrechterhaltende Faktoren. Vielleicht mag ein Klient seine Arbeitsstelle nicht und die Seele bleibt lieber „krank“ oder die Angst vor der Angst bringt große Erregung. Es fehlen insgesamt die Bewältigungsstrategien.

Der Therapeut entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Klienten das Störungsmodell. So können spezifische Methoden gewählt werden, die genau für den Klienten passen.

  • Hypnotherapie

  • Kognitive Therapie

  • Konfrontationsübungen

  • Systematische Desensibilisierung

  • Ego-State-Therapie

  • buddhistische Chöd-Übungen, um die Bedürfnisse hinter den Ängsten zu erkennen.

  • EMDR – die Traumatherapiemethode, die auch für manche Ängste gut geeignet ist. Das sind wichtige Methoden, die kombiniert werden können.

Mit allgemeinen Methoden, wie die Psychoedukation und Entspannungsmethoden lernen Sie gute Möglichkeiten, Emotionen zu steuern und zu hohe Erregung abzubauen.

Auch verhaltenstherapeutische Interventionen können helfen: Problemlösetraining, Genusstraining, Zeitmanagement und ein Mentaltraining, um Ihren Bedürfnissen entsprechend Ihr wunderbares Leben zu gestalten.

Panikattacken können Komorbiditäten (parallele psychische oder körperliche Beschwerden) aufweisen. Häufig treten andere Ängste auf, wie die Phobophobie oder Agoraphobie aber auch depressive Episoden, Schlafstörungen und vieles mehr. Dann beinhaltet der Therapieplan ein größeres Konzept.


Ziel ist es, die Ängste entweder aufzulösen, positiv zu wandeln oder zu verringern, sodass man entspannt damit umgehen kann. Es ist nicht grundsätzlich sinnvoll, Ängste vollständig zu beseitigen. Oftmals wird nur das „zu viel“ an Angst behandelt. Immer ist es wichtig die Informationen der Angst zu begreifen. Nur dann wird sie gehen. Sie ist genau genommen eine hilfreiche Kraft zur Persönlichkeitsentwicklung.

 

Zur Unterstützung des Heilungserfolgs empfiehlt sich Bewegung in der Natur und Kunst als kreative Möglichkeit, sich mit der Angst auseinanderzusetzen (Angst abzuleiten oder zu verwandeln).

Schnelle Hilfe bei akuter Angst durch Online Therapie

In schwierigen Situationen kann eine Onlineberatung entlastend wirken, gerade wenn ein Vorort Gespräch nicht möglich ist. Onlinetherapie ist mittlerweile gut erprobt. Allein durch das Aktiv werden übernehmen Sie eine positive Kontrolle über Ihre Befindlichkeit. Ansonsten gelten weitgehend die gleichen Diagnostik-und Therapieabläufe wie im Live-Setting.

 

Kontakt

Delia Müller, Elsa-Brändström-Straße 2,
13189 Berlin
info@delia-mueller-therapie.de
Tel: 030 4849 6379, Mobil: 0152 0208 7008

© 2020 Diplom Psychologin Delia Müller, Website von Julia Hüller